Wieder „Härter in Werther“ beim 15. Böckstiegellauf? Nein diesmal nicht. Zwei Wochen nach den Berlin Marathon wollte ich mich nicht mehr zerstören. Für dieses Jahr habe ich alles erreicht was ich wollte und bin ziemlich zufrieden. Aber es ist nunmal wieder TrailrunningCup, der Böckstiegellauf hat nunmal eine tolle Strecke und ich will ja in der Wertung bleiben. Ziel: Spaß haben, kein Wettkampf laufen und nicht kaputt ins Ziel kommen.

Perfekte Bedingungen

Während letztes Jahr hier eine kalte Schlammschlacht tobte, haben wir dieses Jahr super gute Wetterbedingungen. Es ist am Start bei „Peter aufm Berge“ etwas frisch aber zum Laufen eigentlich perfekt. Diesmal bin ich besser vorbereitet und trage einen ‚Opferpulli‘. Die Auswirkungen des Wetters spiegeln sich in dem Zustand der Strecke wieder. Super gut laufbar. Auf den ersten 1 bis 2 KM herrscht aufgrund der verhältnismäßig schmalen Strecke ein ziemliches Gedränge. Vorher richtig einordnen ist auch hier unbedingt zu empfehlen. Ich war mal wieder falsch. 😉 Aber wer konnte das auch ahnen.

Übrigens, das sollte ich mal erwähnen, der Transfer von Werther nach Bielefelds ‚Peter aufm Berge‘ klappt super gut. Insgesamt wurden 1.500 Läufer erwartet. Laut der Ergebnisliste sind beim 18KM-Lauf 790 Läufer/innen ins Ziel eingelaufen. Hinzu kommen noch die 411 Finisher über die 10 KM Distanz und einige Walker/NordicWalker.

Fakten zum Lauf

Falls Du den Böckstiegellauf noch nicht kennst, sind hier einige Fakten:

Der Böckstiegellauf startet in Bielefeld auf dem Parkplatz „Peter auf´m Berg“ und endet auf dem Marktplatz in Werther. Es wird ein Shuttleservice von Werther (Grundschule an der Mühlenstraße) zum Start angeboten. Am Start kann man einen Kleiderbeutel abgeben. Dieser wird dann in den Zielbereich gefahren und deponiert.

Ich würde diesen Lauf als einen Landschafts- und Waldlauf bezeichnen. Der Hauptlauf hat eine Distanz von 18 KM mit ca. 240 HM und geht über einen Teil des Hermannsweges. Die erste Hälfte ist eine sehr schöne Strecke. Allerdings sollte man sich gerade hier die Kräfte sehr gut einteilen, wenn man Wert auf die Zeit legt.

Zwischen KM6 und KM7 befindet sich der Hauptanstieg, für den man sich die Kräfte sparen sollte. Strava zeigt hier zwar 13,7% Steigung an, ich vermute aber, dass es sich um ungefähr 10% im Durchschnitt handelt. Dennoch kann es einige Körner kosten, denn es geht gute 1000 Meter aufwärts. Gehen ist hier keine Schande.

Der zweite Teil der Strecke geht insgesamt gesehen wieder bergab. Unbedingt aber im Hinterkopf behalten, es kommen immer wieder zwischendurch Anstiege (auch längere). Bis zum Ende!

Dennoch, wer auf Zeit laufen möchte (no risk, no fun) kann ab KM9 die Handbremse lösen und vor allem die Downhills als Schwung nutzen. Mir ist aufgefallen, dass viele sich bergab bremsen. Tu das nicht. Das schmerzt auch am Folgetag. 😉

Einige Details zum 15. Böckstiegellauf

Da ich die ganze Sache entspannt angegangen bin, sind mir einige Kleinigkeiten beim Böckstiegellauf aufgefallen. Im Gegensatz zu den letzten beiden Teilnahmen. Da war ich mehr mit „überleben“ beschäftigt.

Die Strecke: Die erste Hälfte des Laufes ist einfach richtig schön. Wer hier einfach nur „durchballert“, verpasst viel.

Die Menschen: Die Helfer, die Zuschauer und auch die Läufer wirken ziemlich stressbefreit. Selbst die jenigen, die ums Überleben an der Steigung gekämpft haben, haben einen sehr positiven und entschlossenen Eindruck gemacht. Das waren bestimmt alles Ostwestfalen und direkte Hermannskinder. Selbst die Bürgermeisterin von Werther hat sich unter die Walker gemischt.

Kein Startschuss: Beim Böckstiegellauf wird runtergezählt und losgelaufen. Eine Kleinigkeit die ich toll finde. Es passt zu diesen Lauf.

Achtung Kohlensäure: Ähm… das macht man aber nicht. 🙂 Bei den VPs habe ich Wasser mit Kohlensäure erwischt. Zum Glück musste ich nur zwei Mal einkehren. Das sollte unbedingt geändert werden.

Keine Medaille oder SchnickSchnack: Braucht es hier auch nicht. Die leckeren Äpfel und das Bier im Ziel sind Belohnung genug. Die Kommentare beim Zieleinlauf sind sehr unterhaltsam.

Moment mal… es ist Samstag: Der Böckstiegellauf findet immer auf einem Samstag statt.

Überraschung auf dem Hermannsweg

Mein diesjähriger Böckstiegellauf war für mich sehr überraschend. Ich wurde wieder von meinem Besten und von meinem Bruder begleitet. Während die Beiden auf Essensjagd und Brautschau waren, lief ich durch den Wald. Am Start sagte ich noch, dass ich langsam laufen werde. Nur nicht kaputt machen so kurz nach Berlin. Und wir wollten ja nachher auch noch essen gehen. Dieser Lauf ist strategisch nicht wichtig, für dieses Jahr bin ich durch. Nur die Strecke genießen und in der Wertung bleiben. Es würde also volkommen ausreichen, wenn sie ca. 2 Stunden nach Start am Ziel sein würden.

So war der Plan und so bin ich gefühlt auch gelaufen. Ich war zu keiner Zeit an meine Grenze. Die erste Hälfte bin ich (gefühlt) in einem angenehmen Tempo gelaufen. Nicht zu schnell, nicht zu langsam. Dann kam auch der Hauptanstieg, den ich zur Hälfte gelaufen und zur Hälfte gegangen bin. Nur nicht kaputt machen. Natürlich geht der Puls dann ziemlich hoch. Dennoch fühlte ich mich bei den Anstiegen ziemlich gut.

Ab dann ging es oft bergab und ich konnte mich gut rollen lassen. Die Strecke lies es auch einfach zu. Nach ungefähr 10 KM geht es dann auf landwirtschaftliche Wege weiter. Das begünstigt das gleichmäßige Laufen, welches ich aus meiner Marathonvorbereitung kenne. Vom Start bis ins Ziel hinein war ich ständig am überholen. Aber es fühlt sich zu keiner Zeit nach Leistungsgrenze an.

Dem Marathontraining sei dank, bin ich gute 9 Minuten schneller ins Ziel gekommen als im Vorjahr, war dabei deutlich entspannter und hätte fast meine 10 KM Bestzeit nebenbei geknackt. Meine Begleiter waren etwas überrascht, dass ich fast 17 Minuten schneller im Ziel war als geplant.

Leider konnte ich dieses Mal keine Fotos machen, da ich mein Handy nicht dabei hatte.

Ich bin Sascha und war jahrelang leidenschaftlicher Raucher und übergewichtiger Bewegungslegastheniker. Durch Zufall habe ich mich in das Laufen verliebt und bin dabei geblieben. Manchmal verbringe ich meine Zeit damit Artikel für Laufeinsteiger zu schreiben.