Hin, laufen und wieder zurück. So könnte man meine Teilnahme am DJK Halbmarathon in Gütersloh auch betiteln. Es war an diesem Tag alles irgendwie hastig. Zum ersten Mal hatte ich keine Gelegenheit auch nur ein einziges Foto zu machen. Besser gesagt, ich habe mir keine Gelegenheit genommen.

Nur in der Wertung bleiben

Noch zwei Tage zuvor dachte ich mir, es sei zu kalt und ich habe keine Lust so weit zu fahren. Von Salzkotten nach Gütersloh ist es jetzt nicht wirklich so weit, aber jede Minute im Auto ist vergeudete Zeit und stresst mich. Ich mag Autofahren nicht! Irgendwann kam mir aber der Gedanke, dass ich aus der Wertung des TRC falle, wenn ich nicht teilnehme. Dabei wollte ich doch den Weihnachtscross in Borgholzhausen ausfallen lassen. Den müsste ich dann aber laufen, wenn ich nicht nach Gütersloh fahre. Also doch los. Eigentlich habe ich keine Lust. Ziel: Einfach nur finishen um in der Wertung zu bleiben. Das bekomme ich hin.

Mach mir den Walmsley

Irgendwie war ich mit dem Ziel dann aber nicht zufrieden. Irgendetwas muss doch noch dranhängen, sonst ist das ja auch doof. Zur Ablenkung habe ich mir den aktuellen neuen Kurzfilm von RedBull über Florian Neuschwander beim Western States 100 angesehen. Darin kam u.a. der Top Ultra Läufer Jim Walmsley vor. Der ist vor allem für seine waghalsigen Rennstrategien bekannt. Er geht seine Rennen immer so krass schnell an, dass er entweder Top läuft oder vor dem Ziel aufgeben muss. So eine Erfahrung habe ich noch nie gemacht. Ich bin bei keinen meiner Läufe so an meine Grenze gegangen, dass garnichts mehr ging. Nun… da der Halbmarathon kein wichtiger Jahreshöhepunkt für mich ist… ist es wohl Zeit Neues auszuprobieren. Ich nahm mir vor von Beginn an ein Tempo zu laufen, von dem es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass ich es bis zum Ende durchhalte. Auf nach Gütersloh!

Start im LAZ

Die Parksituation beim LAZ (Leichtathletikzentrum) war dicht aber ok. Es hat wohl jeder einen Parkplatz gefunden, auch wenn man ein bisschen bis zum Start gehen muss. Ich kam ca. 40 Minuten vor Startschuss dort an. Genug Zeit um sich umzusehen. Aber es ist, wie es immer ist: Ich brauche erst die Toilette. Davon gab es leider nicht viele und dementsprechend war die Schlange lang und der Geruch sehr intensiv. Ich wünschte mir heimlich ein paar Dixis herbei. Aber hey… who cares. Woanders ist es nicht besser. Ich verbrachte mindestens 20 Minuten in der Schlange. Jetzt kenne ich mich überhaupt nicht mit Organisation aus, geschweige denn weiß ich was sowas alles kostet. Aber vielleicht wäre eine Reihe Dixis möglich beim nächsten Mal? Ok… ich jammere gerade auf hohen Niveau.

Vor Ort hat der Active Sportshop Gütersloh einen Stand aufgebaut, es gab eine Kuchentheke, der Grill stand schon bereit. Herrlich. Wie eine kleine Messe. Wäre ich doch mal eher gekommen. Und überall gut gelaunte Gesichter. Ich habe wohl niemanden gesehen, der verbissen dreinschaut. Das Wetter ist kalt aber prinzipiell gut. Gütersloh ist schön organisiert, das Wetter gut und es sind alle gut gelaunt. Sogar Lokalläufer Elias Sansar wird später auf Facebook posten. „Gefühlt habe ich nur in glückliche Gesichter geschaut.“ Gut, dass ich gekommen. So viel Gutes in meinem Bericht. Spoiler: Das bleibt auch so.

Die Strecke in Gütersloh

Die Strecke in Gütersloh ist nicht optimal und mein einziger Kritikpunkt. Sie war stellenweise viel zu schmal für die xxx Teilnehmer des Halbmarathons. Wenn man sich (wie ich immer) beim Start falsch einsortiert und eigentlich „den Walmsley“ machen will, kommt man echt in Stress. Es ging teilweise über schmale Radwege an Hauptverkehrsstraßen die nicht gesperrt waren. Um zu überholen sind einige Läufer vom Radweg runter und am Straßenrand entlang gelaufen. Davon nehme ich mich jetzt mal nicht aus… Zum Glück ist sonntags nicht so viel los. Die Streckenposten haben einen tollen Job gemacht. Sie waren, wie die Teilnehmer auch, ziemlich gut drauf und motivierend. Gleiches gilt für die Helfer an den beiden Verpflegungsständen. Ja, es brauchte nur zwei VPs, denn es handelte sich um einen Rundkurs. Geschickt eingefädelt sag ich da nur.

Leider kamen mir auf der Strecke zwei Mal Autos entgegen und auch Motorräder die sehr wahrscheinlich nicht als Begleitung gedacht waren. Ein (verständnisloser) PKW-Fahrer hat sich über die Anweisung eines Streckenpostens hinweg gesetzt und ist einfach über die Strecke gefahren. Er hätte einfach nur kurz warten müssen. Wenn es möglich war, wurde es den PKWs schon ermöglicht die Strecke zu kreuzen. Die Aktion war also völlig unnötig. Idiot… mehr kann ich dazu nicht sagen!

Vielleicht noch einmal Gütersloh

Die Orga, die Helfer, die kleine Messe mit Kuchenbuffet und Grill und die Teilnehmer waren richtig super. Das hat mir sehr, sehr gut gefallen. Der DJK gibt sich echt Mühe und das bringt ein tolles Event hervor. Leider gefällt mir die Strecke nicht besonders gut. Das ist jetzt aber auch kein objektiver Mangel, sondern meine subjektive Meinung. Ich bin mir sicher, dass es den meisten Läufer/innen nichts ausgemacht hat. Und die Sache mit den (nicht vorhandenen) Dixis ist jammern auf hohen Niveau. Das muss man nicht unbedingt ändern. Das wäre nur so ein „nice to have“.  Vielleicht komme ich nächstes Jahr noch einmal wieder.

Ich habe den Walmsley gemacht

Mein Lauf war interessant. Ich bin mit einem Tempo gestartet, von dem ich mir fast sicher war, dass ich es nicht über die volle Halbmarathondistanz halten kann. Denn ich startete mit der Idee, einfach mein 10 KM Wettkampftempo zu laufen. Das würde ich wohl kaum über 21 Kilometer halten können. Ich habe sogar die VPs im Galopp mitgenommen. Ich bin davon ausgegangen, dass ich spätestens auf der zweiten Runde einen Einbruch erleben würde. Der kam aber nicht und ich lief den letzten KM sogar noch einmal schneller. Kurz vor dem Ziel war ich an meiner Leistungsgrenze, da ging nix mehr. Ich habe es also völlig unerwartet geschafft, das Tempo zu halten und habe meine Bestzeit über den Halbmarathon deutlich verbessern können.

Alte Bestzeit: 01:59:58 (Berlin 2017)
Neue Bestzeit: 01:51:15 (Gütersloh 2018)

Also darf ich mein 10K-Tempo einmal neu überdenken und vielleicht ist ja bald eine Zeit unter 50 Minuten möglich. Ein schönes Ziel für 2019. Denn dieses Jahr ist die Saison für mich erst einmal vorbei. Wie der Silvesterlauf dort hinein passt, werde ich mir noch überlegen.

Im Rahmen des Trail- und Road-Cup (classic) kommt als nächstes der Weihnachtscross am 16. Dezember. Den werde ich nun sehr wahrscheinlich nicht mehr laufen und den Fokus mehr auf Grundlagentraining legen. Für mich geht es am 03. März 2019 mit dem Luisenturmlauf in Borgholzhausen weiter. Formcheck für den Hermann.

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Ich bin Sascha und war jahrelang leidenschaftlicher Raucher und übergewichtiger Bewegungslegastheniker. Durch Zufall habe ich mich in das Laufen verliebt und bin dabei geblieben. Manchmal verbringe ich meine Zeit damit Artikel für Laufeinsteiger zu schreiben.