Heute möchte ich über des Laufanfängers Lieblingsziel schreiben. Einmal im Leben einen Marathon laufen. Dieses Ziel fasziniert dich vielleicht auch? Vielleicht weil du dir nicht vorstellen kannst, jemals über 42 Kilometer zu laufen? Ich erzähle dir von meinen ersten Marathon, welche Erfahrungen ich gemacht habe und was ich beim nächsten Mal anders machen würde. Und auch, welche Gedanken ich dazu hatte. Denn auch ich konnte mir nicht vorstellen jemals einen Marathon zu laufen.

Ein Marathon ist kein doppelter Halbmarathon

Und auch nicht „nur“ 12 KM länger als ein 30 KM Lauf. Denn der Marathon ist in der Lage dir von einen auf den anderen Kilometer den Stecker zu ziehen. Strecken bis 32 KM waren mir vom Training her bekannt. Das ist allerdings bedeutungslos, weil ein Trainingslauf über 32 Kilometer halt kein Marathon ist. Beim Marathon kann durchaus bei KM 33 (oder auch schon früher) alles anders sein.

Wer Gehpausen macht ist keinen Marathon gelaufen

Einer der schwachsinnigsten Aussagen überhaupt. Bevor du an den Verpflegungspunkten mehr Wasser aufs Shirt als in den Mund bekommst, solltest selbstverständlich kurz ins Gehen/Marschieren wechseln um nachzutanken. Es sei denn du hast es vorher geübt. Eine verpasste Gelegenheit zu trinken ist schlimmer als die kurze Gehpause. Und wenn man mal austreten muss? Ist man dann auch keinen Marathon gelaufen oder funktioniert das während des Laufens? Solche Aussagen sind wertlos, helfen dir nicht weiter und stimmen schlichtweg nicht. Einen Nachteil hat das Ganze: Mit jeder Gehpause fällt das erneute Antraben schwerer.

Errechne deine Zielzeit und halte dich nicht daran fest

Zum einen ist der erste Marathon dazu gedacht um durchzukommen. Zum anderen solltest du vorher schon eine realistische Zielzeit errechnen. Nicht um die Zeit unbedingt zu erreichen. Sondern vielmehr, dass du nicht zu schnell losläufst. Das ist nicht so einfach wie du vielleicht glaubst. Denn Zielzeitrechner findet man zwar überall, bei mir ging das Ergebnis aber auch mal locker 30 Minuten daneben. Daher unbedingt ein Zielzeitrechner nehmen, der einen Debutantenmalus mit einbezieht. Dieser liegt, je nach Formel, zwischen 15 und 30 Minuten.

Um Himmels willen, nicht so schnell loslaufen

Ja. Habe ich vorher gewusst. Es ist ja auch so etwas wie eine Binsenweißheit. Das sagt und schreibt ja auch fast jeder. Nein. Es war mir aber bei weitem nicht SO deutlich wie an meinem ersten Marathon. Ich hatte den unverschämt großen Vorteil, dass ich eine erfahrene Läuferin an meiner Seite hatte die mich ständig einbremste. Obwohl ich die ersten 30 Kilometer für mein Empfinden zu langsam für meine Absichten gelaufen bin, ist mir zum Ende hin der Saft ziemlich knapp geworden. Ab KM 32 wurde es zäh, ab KM 37 leidend. Wäre ich schneller unterwegs gewesen, wäre der Einbruch wesentlich heftiger und bereits früher gekommen.

Wer einen Marathon laufen will, muss auch für einen Marathon trainieren

Wahrscheinlich das Wichtigste was ich gelernt habe. Es heißt immer, dass ein Marathontraining ziemlich viel Zeit in Anspruch nimmt. Das Gefühl hatte ich während des ganzen Trainings nicht. Ich hatte nie das Gefühl mich irgendwie einzuschränken. Zurecht wurde ich zwischendurch misstrauisch. Zudem sah der Plan nicht einen einzigen Lauf über 30 KM vor. Damit konnte ich nicht leben und habe zumindest zwei Longruns etwas ausgedehnt auf 32 KM.

Es gibt viele Trainingsansätze und glaube mir, das ist eine Wissenschaft für sich (im wahrsten Sinne des Wortes). Jede Methode hat ihre Berechtigung zu einer bestimmten Zeit, bei einer bestimmten Person und zu einem bestimmten Ziel. Ich bin in Zukunft bereit alles Mögliche zu testen. Aber nie wieder werde ich auf lange Läufe verzichten. Vier bis fünf werden es beim nächsten mal auf jeden Fall sein.

Lauf ABC, Kraftsport und Co.

Wenn ich etwas nicht gemacht habe während des Trainings, sind das die o.g. Dinge. Einer der Punkte die ich anders machen werde wenn ich mein Training wieder aufnehme. Vor den Intervalleinheiten bietet sich das Lauf-ABC zum Aufwärmen an.

Den Mut haben nicht zu starten

Eigentlich wäre mein erster Termin für ein Marathondebut bereits 2017 gewesen. Ich wollte in Münster starten. Durch meinen Job war ich mental nicht mehr in der Lage das Training so durchzuziehen wie nötig und habe den Start nach garnicht mal so langen Überlegen abgesagt. Warum? Zweifel sind normal. Aber ich war mir sicher, dass es nichts wird. Das Wichtigste für mich ist aber beim ersten Mal ein DNF zu vermeiden und glücklich ins Ziel zu kommen. Denn sonst würde ich in Zukunft nur negative Erinnerungen mit Marathon in Verbindung bringen. Wahrscheinlich hätte ich dann endgültig die Lust verloren. Es war eine sehr gute Entscheidung.

Im Moment bin ich von meinem ersten Marathon ziemlich „geflashed“. Wenn ich mich wieder beruhigt habe, schreibe ich darüber einen Laufbericht. Eigentlich ist es kein Laufbericht sondern eine Geschichte…

Ich bin Sascha und war jahrelang leidenschaftlicher Raucher und übergewichtiger Bewegungslegastheniker. Durch Zufall habe ich mich in das Laufen verliebt und bin dabei geblieben. Das Prinzip „Laufen statt Rauchen“ funktioniert hervorragend. Manchmal verbringe ich meine Zeit damit Artikel für Laufanfänger zu schreiben in der Hoffnung Andere zum Laufen zu bewegen. Die Serie „Worüber Laufanfänger nicht gerne sprechen“ ist mir der wichtigste Teil von Rumlaufen.de