Dinge die ich durch das Laufen gelernt habe

Ich habe im Dezmeber 2014 aufgehört zu rauchen und bin zeitgleich angefangen zu laufen. Seitdem ist einige Zeit vergangen, mir sind viele Themen begegnet und es gibt ein paar Dinge, die ich dazu gelernt habe. Nicht alle haben auf den ersten Blick etwas mit dem Laufen zu tun. Nicht alle habe ich bis jetzt umsetzen können.

Übernimm Verantwortung für dich selbst

DU triffst die Entscheidungen. Deine Situation ist das Ergebnis DEINER Entscheidungen. Niemand sonst kann etwas für deine Situation und NUR DU selbst kannst daran etwas ändern.

Werde nicht nur zum Läufer

Ich habe geglaubt, dass ich nur durch das Laufen topfit und schlank werde. Zumindest bei mir hat das nicht funktioniert. Laufen kann ich gut. Ich bin vielleicht auch ausdauernd aber von allgemeiner Fitness bin ich noch weit entfernt. Ich schaffe nur einen Klimmzug und kann kaum springen. Die Konzentration nur auf das Laufen macht mich unflexibel. Werde nicht nur zum Läufer. Werde zum Sportler und mach auch völlig andere Dinge.

Kümmer dich um dein Essen

Ich habe geglaubt, dass ich nur laufen muss um abzunehmen. Schließlich esse ich ja gar nicht so viel. Nicht viel im Sinne von Masse mag richtig gewesen sein. Aber es war halt viel im Sinne von Energie. Abnehmen nur durch Lauf hat allenfalls am Anfang funktioniert. Darüber hinaus wirkt sich die Art von Nahrung teilweise sehr deutlich auf die Leistungsfähigkeit aus. Ich schlage ein Experiment vor. Gib dir mal eine ordentliche Pizza, warte zwei Stunden und gehe anschließend laufen. Wie fühlst du dich? Ich kann dir versprechen: Schön wird das nicht. 🙂

Vergleiche dich niemals mit anderen

Egal mit wem. Vergleiche dich niemals mit anderen. Das ist sinnlos und beschert höchstens Frust. Du wirst in keinem Fall einen Vorteil daraus ziehen können. Denn es wird immer, selbst in deinem Umfeld, Menschen geben, die besser sind als du, ohne überhaupt einen Kilometer trainiert zu haben. Es wird Menschen geben die doppelt so alt oder doppelt so dick sind und dabei doppelt so schnell. Vergiss es einfach. Vergleiche dich nur mit deinem eigenen ICH von gestern.

Jede Trainingseinheit bringt dich deinem Ziel ein Stück näher

Auch wenn mal eine Einheit aus deiner Sicht richtig schlecht gelaufen ist. Sie wird dich immer deinem Ziel ein Stück näher bringen. Das Einzige was dir nicht hilft, sind nicht gemachte Einheiten. Übrigens, wenn du sowieso abnehmen möchtest, ist das super komfortabel. Denn du wirst immer Kalorien verbrennen. Selbst wenn du mehr als die Hälfte der Einheit gehen musstest. Von daher wirst du jede Einheit toll finden und kannst gut gelaunt Einheiten abschließen, die anders liefen als geplant.

Respektiere andere und dich selbst

Es ist egal ob du in den Top 3 läufst und dein Bestes gibst oder ob du ein 5-Stunden Marathonläufer bist und dein Bestes gibst. Im Ziel sind alle gleich und unterwegs haben alle die gleiche Leistung gebracht. Respektiere andere, auch wenn sie nicht so schnell sind wie du. Sie bringen die selbe Leistung und stehen vor der gleichen Herausforderung. Respektiere dich aber auch selbst und spiele deine eigenen Leistungen nicht runter. Gelegentlich sehe ich auf Strava, wie Läufer ihre eigene Leistung relativierend bis abwertend kommentieren. Das ist nicht nötig. Ich finde die lustigen Funshirts mit flotten Sprüchen (vorzugsweise mit einer Schnecke oder Schildkröte drauf) ziemlich „lame“. Das hat niemand nötig.

Habe Geduld!

Es ist nicht nur das Schwerste, sondern auch das Wichtigste und das am meisten verschwiegene Thema in der Lauf- und/oder Fitnesswelt. Hier passiert nichts in kurzer Zeit, auch wenn man es dir versprechen möchte. Belohnt wird man vielleicht allenfalls nach MONATEN. In meinem Fall sogar erst nach JAHREN. Das sollte dich nicht davon abhalten trotzdem sofort aktiv zu werden. Die Rechnung ist einfach: Jetzt! Sonst wird nämlich daraus auch ganz schnell ein NIE. Und das, verspreche ich dir, wirst du sehr wahrscheinlich in ein paar Jahren bereuen.
Du wirst dich am Anfang zu mehr Bewegung und passender Ernährung überwinden müssen. Später wird es aber vielleicht eine angenehme Angewohnheit oder sogar ein Hobby.

Ich würde so gern vier oder fünf Jahre in die Vergangenheit reisen und mir selbst begegnen. Das erste was ich erzählen würde wäre, dass ich teilweise noch vor der Arbeit ein paar Kilometer laufen gehe und einige Halbmarathons, ja sogar ganze Marathons laufen werde. Ich hätte mich selber ausgelacht. Sowas passiert aber auch nur, wenn man endlich anfängt.

Warte nicht auf einen Zeitpunkt & Du brauchst nicht perfekt zu sein

Du musst und brauchst nicht alles perfekt zu machen. Du brauchst eigentlich garnichts. Du musst einfach nur machen. Um mit dem Laufen ankzufangen brauchst du keine tolle Uhr oder bestimmte Kleidung. Du musst nicht erst Bücher wälzen oder dich anders vorzubereiten. Das einzige was du tun darfst ist, einfach anzufangen. Thats it! Du musst dich nicht perfekt ernähren, tracken, Kalorien zählen, wiegen oder sonst etwas. Fang nur an dir darüber Gedanken zu machen. Verändere Kleinigkeiten. Wenn die kleinen Dinge in Gewohnheit übergegangen sind, kannst du das nächste verändern. Fang z.B. einfach an mehr Wasser zu trinken. Oder auf deinen Teller mehr Gemüse zu häufen und von den anderen Dingen etwas weniger zu nehmen. Sag beim Kuchen vielleicht auch mal „Nein“. Das musst du ja nicht immer sagen. Warte nicht ab. Mach! Jetzt!

Dir fallen bestimmt noch andere Dinge ein!?

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