Ich sitze bei ca. 20° und Sonnenschein am Hafen von Funchal und trinke ein dunkles, einheimisches Bier. Coral Stout. Da ich mitten in der StreakRunning Challenge bin, habe ich aber auch meine Laufschuhe mitgenommen, um mindestens eine Meile am Tag zu laufen. Schließlich will ich ja nicht rausfliegen. Aber ich habe in Madeira mehr erlebt als Saufen und Laufen. Davon möchte ich berichten.

Funchal Airport: Aeroporto Internacional da Madeira Cristiano Ronaldo

Madeira beginnt eigentlich schon mit einer kleinen Sensation. Der Flughafen. Nicht die Tatsache, dass Cristiano Ronaldo seit März 2017 der Namensgeber ist. Früher hieß er Aeroporto de Santa Catarina. Das finde ich persönlich ja etwas stilvoller. Wahrscheinlich weil ich mit Fußball absolut garnichts anfangen kann. Aber auf Madeira ist man stolz auf seinen weltbekannten Fußballprofi.

Es ist viel mehr der Flughafen an sich. Er zählt zu einen der am schwierigsten anzufliegenden Flughäfen der Welt. Um die Landebahn anzufliegen, muss kurz vorher eine scharfe rechtskurve geflogen werden. Durch die Steilhänge an der Landbahn entstehen sog. Fallwinde, die es während des Manövers zusätzlich auszugleichen gilt. Da muss der Pilot voll bei der Sache sein. Die ehemals nur 1600 Meter lange Landebahn wurde im Jahr 2000 auf 2777 Meter verlängert. Dazu wurden riesige Betonpfeiler gebaut, auf denen die Landebahn nun aufliegt. Der Anblick ist spektakulär. Leider habe ich von der Konstruktion keine Fotos gemacht.

So spektakulär sich das jetzt vielleicht alles liest. Meine Landung war unspektakulär und recht sanft. Einzig das harte Abbremsen am Boden erinnerte mich wieder daran. Also solltet ihr planen dorthin zu fliegen. Locker bleiben. Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht. Die Piloten dürfen nur mit einer speziellen Einweisung den Flughafen anfliegen.

Hotel Orca Praia ***

Mein Ziel ist das Hotel Orca Praia, das zwischen dem kleinen Fischerort Camarâ de Lobos und Funchal liegt. Faul wie ich bin, natürlich mit dem Shuttleservice des Reiseveranstalters. Verwöhnt wie ich bin, stehe ich den drei Sternen erst einmal skeptisch gegenüber. Ohne wirklich zu wissen, was das überhaupt bedeutet. Immerhin wurde mir Meerblick versprochen. Was bekam ich? Meerpanorama! Wow. Auch die Ausstattung ging absolut klar. Hier nehme ich euch mal mit durch mein Zimmer.

Falls man im Orca Praia einchecken möchte, hier ein Tipp: Versuchen eines der Zimmer auf den Etagen 5 – 7 zu bekommen. Damit hat man einen schönen, großen Balkon. Mein Zimmer hatte die Nummer 717.

Vielleicht noch kurz ein paar weitere Infos zum Hotel. Das Frühstück ist nichts Besonderes aber solide in Ordnung. Die anderen Mahlzeiten braucht man nicht buchen. Denn kurz oberhalb des Hotels liegt ein kleines, sehr unscheinbares aber geniales „Restaurante“. Das Aconchego bietet sehr hochwertige Küche zu wirklich guten Preisen. Der Koch ist sensationell und die Bedienung sehr zuvorkommend und freundlich. Wenn man draußen sitzt, hat man beim Essen noch einen schönen Ausblick auf den Atlantik. Wer will da noch in einer Hotelhalle essen? Die hat zwar auch Meerblick und ist besonders morgens schön. Aber kann nicht mit dem interessanten Ambiente des Aconchego mithalten.

Das Hotel bietet zwei Mal täglich einen kostenlosen Shuttle-Service nach Funchal Zentrum an. Dafür muss man sich mindestens einen Tag vorher anmelden, da die Plätze begrenzt sind. Der Hafen von Funchal liegt ca. 6 KM östlich vom Hotel und man kommt auch sehr gut mit dem Bus dorthin. Ich habe nicht nachgesehen aber ich glaube er fährt alle 30 Minuten. Tipp: Unbedingt die Tickets im Orca Praia kaufen. Sie sind dort günstiger.

Vom Hotel werden die üblichen Touren und Ausflüge angeboten und gut organisiert. Man wird quasi an die Hand genommen und ‚Tourimäßig‘ durchgeschleift. Natürlich habe ich eine typische Levada Wanderung und eine Bergwanderung mitgemacht. Da ich so etwas noch nie gemacht habe, war das goldrichtig. Beim nächsten Mal würde ich das alles selbst organisieren wollen. Erfahrene Bergwanderer können sicherlich auf die Touristenbespaßung verzichten und auf eigene Faust losziehen. In einem späteren Abschnitt möchte ich über die Wanderung vom Pico do Arieiro (Areeiro) zum Pico do Ruivo erzählen.

Wie ist das Wetter auf Madeira

Das Klima ist ganzjährig gemäßigt. Madeira wird nicht umsonst die Insel des ewigen Frühlings genannt. Anfang Januar hatten wir stets zwischen 17 und sogar bis zu 24 Grad. Die Monate Mai bis ca. Anfang September werden durchschnittlich etwas wärmer bei 24 bis zu 28 Grad. In dieser Zeit ist die Regenwahrscheinlichkeit auch am geringsten. Der Vorteil ist, man muss sich nicht über die Jahreszeit Gedanken machen. Es ist jederzeit eine gute Idee nach Madeira zu reisen.

Hat dich Madeira neugierig gemacht? Bald geht es weiter und ich berichte über eine Levada-Wanderung. In diesem Sinne!