Es ist wie es immer ist. Ich schmeiße meine Planung immer kurz vor Beginn komplett um. Das scheint inzwischen eine feste Eigenschaft bei mir zu sein. Eigentlich wollte ich mir wieder von Polar Flow eine Trainingsplan vorgeben lassen und diesen „geringfügig“ modifizieren. Das war beim letzten Mal zur Vorbereitung auf den Berlin Marathon immerhin auch okay. Jetzt habe ich mich aber mal wieder umentschieden.

Polar und Garmin

Ich habe zu Polar eine Art Hassliebe. Eigentlich mag ich Polar überhaupt nicht. Weder das billige, ungefällige Design der Uhr, noch die Bedienung der Software und die Tatsache, dass Phasen NICHT als Runden exportiert werden. Warum zum Himmel… ach egal…

Nichtsdestotrotz finde ich bei Polar auch so manche Dinge richtig genial. Wenn ich die Uhr 24/7 trage, ergibt sich nach wenigen Wochen ein tolles Gesamtbild meines Trainingszustandes. Die Kalorienberechnung kommt der Realität recht nahe, die Pulsmessung funktioniert am Handgelenk bei mir recht gut, wenn auch etwas träge. Und vor allem der Erholungsstatus scheint bei mir auch ziemlich gut zu funktionieren.

Unterm Strich kann das Garmin natürlich auch aber eben nicht meine Fenix3, aufgrund fehlender 24/7 Pulsmessung. Für eine neue Uhr bin ich allerdings zu geizig. Die würde mich aktuell im günstigsten Fall (Fenix5) mindestens 350,00€ kosten. Das Geld habe ich gerade nicht übrig, also bleibe ich bei meiner 3er.

Warum jetzt doch nicht mit Polar?

Ich habe mir wieder mit Polar ein Laufprogramm erstellen lassen für den Münster Marathon. Wie immer alle Regler nach rechts gestellt (also höchste Intensität) und fünf Einheiten pro Woche eingestellt. Was mir gut gefällt, dass fällt nach zwei Wochen auf, ist die passende Intensität. Es fühlt sich echt nach Training an. Die langsamen Läufe sind eeeecht langsam. Die Intervalle sind eeeecht hart. Polar kann die Programme leider nur nach Puls steuern. Daher muss man Kenntnis über die eigenen, individuellen Trainingszonen haben. Was die Laufprogramme von Polar aber nicht können, sind angemessene Umfänge generieren. Die Umfänge werden über Zeit gesteuert und nicht über Kilometer. Das hat den Nachteil bei langsamen Läufern (ich), dass nur wenig Umfang dabei herum kommt.

Der längste Lauf in der Marathonvorbereitung wird hier mit 2 Stunden und 20 Minuten angegeben. Und das auch nur ein einziges Mal. Die meisten langen Läufe liegen zwischen 01:40h und 02:10h. Mit Verlaub, das ist mir zu wenig. Ich möchte einige Male gerne 3 Stunden unterwegs sein in der Marathonvorbereitung. Das gibt mir Selbstsicherheit und wie es sich anfühlt, wenn man es nicht macht, kenn ich ja schon.

Die Intervalle sind von der Intensität her super für mich. Was mir diesmal aber nicht gefällt, ist die Anzahl an Wiederholungen. Maximal 3x 4 Minuten je Einheit, oft sogar nur zwei Wiederholungen. Ich bin skeptisch, da ich meistens von vier bis sechs Wiederholungen gelesen habe. Dazu kommt, dass die Einheit generell ziemlich kurz ist mit 30 bis max. 40 Minuten.

Darüber hinaus ist der gesamt Plan sehr gleichförmig. Jede Woche ist bis zum Marathon irgendwie gleich. Zum einen kommt mir das spanisch vor und zum anderen habe ich dazu eigentlich keine Lust.

Ein richtiger Plan muss her

Und den richtigen Plan, habe ich schon in der Schublade. Offiziell habe ich zwar kein Zeitziel für Münster aber man liebäugelt doch immer mit einer Zeit. Also habe ich natürlich auch für Münster ABC-Ziele. A bedeutet unter 4:15h ins Ziel, B bedeutet zumindest eine PB, C bedeutet zumindest lachend vor Schmerzen ins Ziel zu kommen. Mein Plan dafür kommt von Michael Arend Training und lautet auf Marathon in 4:00 Stunden. Gemäß dem Motto „Train hard – Race easy“

Die Trainingseinheiten sind sehr abwechslungsreich, machen Spaß und sehen bei weitem nicht so gleichförmig aus wie ein computergenerierter Plan von Polar Flow. Natürlich kostet der Plan. Dieser ist aber mit aktuell 29€ angemessen. Naja eigentlich sogar günstig. Da Michael mich mal vor längerer Zeit gecoached hat, kenne ich viele der Einheiten und weiß damit sehr gut umzugehen. Aber auch wenn man noch nie damit in Berührung gekommen ist, findet man sich schnell zurecht.

Der Plan und die Uhr

Jetzt hat man einen abwechslungsreichen Plan und dieser muss (ja… bei mir MUSS das!) irgendwie in die Uhr kommen. Ich will nicht ständig schauen und manuell Runden abdrücken müssen. Ich mag diesen Komfort und will ums Verrecken nicht darauf verzichten.

Wenn man sich die „Komplexität“ des Planes anschaut und Polar Flow kennt, weiß man eigentlich direkt, dass man es vergessen kann. Zumindest wenn man es mal eben schnell und einfach haben möchte. Trainingsziele erstellen ist in Polar möglich aber schlecht gelöst. Das kann Garmin um Welten besser. Egal was der ein oder andere braucht oder nicht braucht um zu laufen, das ist auch objektiv so. Hinzu kommt, dass ich gerne Runalyze nutze und Polar nicht in der Lage ist, die Phasen als Runden auszugeben. Was ja eigentlich total Sinn ergeben würde.

Da ich es früher schon einige Male versucht habe Trainingspläne sinnvoll in Polar Flow abzubilden, erspare ich mir das Ganze und die Polar-Uhr fliegt in die Schublade. HALLO FENIX3 – Ich habe dich vermisst muss ich zugeben. Schade, dass dir einige Dinge fehlen, die ich bei Polar liebgewonnen habe. Aber insgeheim grinse ich böse und denke mir… noch dieses Jahr wirst du durch die Fenix5 ersetzt…

Wo ist jetzt der Trail- und RoadCup?

Jetzt habe ich eine Menge geschrieben und es ging nur um Trainingspläne, Uhren und den Münster Marathon. Dabei ist doch der Trail- und RoadCup ein Thema!? Ja ist er. Der Trail- und RoadCup startet am 8. September mit dem Run&Roll Day in Bielefeld. Den werden ich selbstverständlich wieder schwänzen, denn er findet genau am Tag des MüMa statt. Ich werde also nicht 10 KM über eine langweilige Strecke tingeln, sondern 42 Kilometer durch Münster.

Bereits zwei Wochen später findet einer meiner Favoriten statt, der Böckstiegellauf. Der ist für dieses Jahr tatsächlich sogar mein eigentliches A-Event. Diesmal möchte ich meine PB nochmals unterbieten. Das gelingt mir nur, wenn ich mich beim MüMa nicht total zerschieße. Den Marathon muss und will ich also sehr konservativ angehen. Ich bin noch nicht in der Lage souverän 42 Kilometer zu laufen. Dennoch möchte ich natürlich mit einer PB rausgehen.

Angriff auf den Halbmarathon

Nach dem Böckstiegellauf plane ich etwas Regeneration und möchte die Form (falls vorhanden) für den DJK-Halbmarathon mitnehmen. Auch hier würde ich gern meine PB verbessern, die liegt allerdings bei 01:51:15 und das könnte vielleicht schwierig werden. Ein Traum wäre natürlich unter 1:50:00 zu landen.

Nach dem Halbmarathon steht erst einmal Regeneration und alternativer Sport sowie Abnahme im Fokus. Die Teilnahme am WeihnachtsCross Borgholzhausen und Silvesterlauf Werl-Soest entscheide ich spontan. Ab Gütersloh werde ich hauptsächlich unspezifisch mit größeren Umfängen trainieren bis ich ab Januar mit Umfängen im Gelände (Höhenmeter sammeln) beginnen werde. Bis zum Luisenturmlauf und Hermann ist es nicht mehr weit.

Höher, schneller und weiter

Ziele dürfen ein kleines Bisschen Angst machen, so habe ich mal irgendwo gelesen. Jetzt ist es, dass ich den TRC und das Finale, den Hermann, nun kenne. Angst habe ich davor nicht. Es ist eher so eine Art Trotz, die ich empfinde wenn ich an den Hermannslauf denke. Ich habe halt eine Rechnung offen. Zugegeben, nehme ich die Rechnung nicht sonderlich ernst. Der Hermann und ich sind dicke miteinander. Wir mögen uns. Dieser Hermann wird ohnehin etwas sehr Besonderes. Denn dieses Jahr kann ich hoffen einige Freunde zu treffen, wo sich die Gelegenheit kaum bietet. Wir werden wohl zusammen loslaufen, jeder seinen eigenen Kampf führen und uns aber wieder gemeinsam im Ziel treffen und feiern. So hoffe ich jedenfalls.

Gehörigen Respekt und Unsicherheiten habe ich noch immer beim Marathon. Ich bin ja auch erst zwei gelaufen. Souverän kann ich dieses Strecke natürlich noch nicht bewältigen. Angst? Habe ich davor nicht mehr. Ich weiß ja was alles schief gehen kann und wüsste entsprechend zu reagieren. Angst hätte ich erst z.B. bei einem 55 Kilometer langen Lauf durch das Sauerland. 😉