Letztens stellte ein ‚Mitläufer‘ richtig fest: „Wenn ich einen Schritt mache, machst du zwei.“ Da wir zu Beginn relativ flott liefen, sagte ich nur: „Jouh, ist richtig.“ Mehr Luft hatte ich gerade nicht.

Warum mache ich so kleine Schritte?

Das hängt mit meinem Laufstil zusammen. Ich verkürze inzwischen unbewusst meine Schritte um mit meinen Füßen kurz vor meinem Körperschwerpunkt zu landen. Dadurch fällt es mir leichter eine hohe Schrittfrequenz (SF) zu halten. Meine optimale SF liegt theoretisch bei meiner Körpergröße und je nach Tempo zwischen 165 bis 175 SPM (Schritte pro Minute). Tatsächlich hängt es aber vom Gelände ab. Auf der Straße fühle ich mich bei ca. 10 SPM mehr inzwischen etwas wohler.

Das Problem mit zu langen Schritten

Wenn man sich die Laufbewegung mit zu langen Schritten ansieht, fällt auf, dass man ständig bei der Landung in eine Bremsbewegung kommt. Das Ganze lässt sich mit bewegten Bildern einfacher erklären. Man stelle sich vor, dass man mit zu langen Schritten (je nach Laufstil) die Ferse quasi in den Boden rammt und mit einem mehrfachen des eigenen Körpergewichts aufprallt und die (eigentlich) flüssige Bewegung abbremst. Die Erschütterungen die dadurch verursacht werden sind enorm und belasten den Körper nicht nur unnötig, sondern auch ziemlich stark.

Mit kleinen Schritten kann man dem entgegenwirken und das bedeutet, weniger Belastung für das Fahrgestell. Die Behauptung, dass Laufen schlecht für Gelenke sei, beruht auf der Tatsache, dass der Laufstil nicht gut ist oder man sich schlicht überfordert hat im Training.

Kleine Schritte: Schöner, schneller und effizienter

Im folgenden Video zeigen dir Anna und Achim wie man es nicht macht. Aber sie haben zum Glück Profis dabei und üben kleine Schritte zu laufen. Unter anderem Patrick Lange, der beim IronMan Hawaii 2016 sensationell gelaufen und somit auf den dritten Platz geschwommen, geradelt und vor allem gerannt ist.

Ich bin der Meinung, dass man es mit dem Laufstil so halten sollte wie mit einem Computer. Also „Never touch a running system“ – Im wahrsten Sinne des Wortes. Hast du keine Probleme und bist zufrieden? Dann ändere einfach nichts. Wenn du allerdings ständig mit Verletzungen zu kämpfen hast, lohnt es sich schon einfach mal genauer hinzusehen. Nur bei der Schrittlänge und -frequenz würde ich eine Ausnahme machen. Das sollte jeder Läufer üben um Verletzungen zu vermeiden. Mach einfach mal kleine Schritte. 😉