Worüber Laufanfänger nicht gern sprechen: Keine Lust mehr!

Auch als Laufanfänger, wird man einen Punkt kommen, an dem man einfach kein Bock mehr hat zu laufen. Dann lässt man gelegentlich mal eine Einheit ausfallen oder schiebt ständig in seinem Trainingsplan die Einheiten hin und her. Ich kenne das. Dann möchte man auch nicht unbedingt immer zugeben, dass man aktuell einfach keine Lust hat zu laufen. Warum eigentlich nicht?

Keine Lust ist auch mal normal

Dabei ist es völlig normal und Ordnung einfach mal keine Lust zu haben. Insbesondere wenn das Wetter ungenießbar ist. Aber auch nachdem man ein Ziel erreicht hat, kann sich eine kleine Laufdepression breit machen. Es ist völlig ok sich dann auch einfach eine kleine Auszeit zu gönnen. Vielleicht lässt man für eine kleine Weile das Laufen einfach sein und stürzt auf andere Sportarten. Denn auch langweiliges Training kann ein Grund sein, warum man plötzlich einfach keine Lust mehr hat zu laufen.

Ich habe einfach mal drei Gründe herausgesucht, die als Ursache für die „Null Bock auf Laufen“ -Einstellung verantwortlich sein können.

Motivationsloch nach einem großen Ziel

Du hast dein großes Ziel erreicht und hast deine eigenen Erwartungen dabei sogar übertroffen? Das ist erst einmal großartig. Aber was kommt danach? Hast du über dein großes Ziel hinaus geplant? Nein? Das hättest du vielleicht tun sollen. Ab und zu endet eine Läuferkarriere z.B. nach dem ersten Marathon und das obwohl er vielleicht ein voller Erfolg war. Denn das Ziel danach fehlt und man fällt in ein „Motivationsloch“ und hat plötzlich keine Lust mehr an Grenzen zu gehen. Dann nerven die langen Läufe nur noch bzw. die ganz langen Läufe braucht man ja eh nicht mehr. Die Intervalle werden bestenfalls halbherzig gelaufen, die Leistung stagniert oder macht sogar Rückschritte. Nicht sehr motivierend.

Wenn man sowieso nicht vorhatte nach dem erreichten Ziel weiter zu machen, ist das so weit auch überhaupt kein Problem. Man lässt es einfach bleiben. Wenn man allerdings eigentlich beim Laufen bleiben wollte, macht sich schnell Frust breit. Daher würde ich immer auch die Zeit nach einem großen Ziel mit einplanen. Zum Beispiel nach dem Marathon das Training auf Trails umstellen. Oder auf eine neue 10K Bestzeit trainieren. Das sind keinesfalls Rückschritte, im Gegenteil. Damit erhält man die Motivation und vermeidet eine Laufdepression.

Wenig abwechslungsreiches Training

Ständig die selben Einheiten auf den selben Strecken. Und das über einen langen Zeitraum. Auf längere Sicht pures Gift für die Motivation. Es schleicht sich einfach eine triste Routine ein. Die einzige Abwechslung sind vielleicht die Schuhe. Heute mal dieses Paar, morgen man jenes. Es ist nicht nur für die Motivation schlecht, sondern hemmt ganz bestimmt auch deinen Trainingsfortschritt. Es tut sich wieder nichts, kein Fortschritt. Und da ist er wieder, der Lauffrust. Das muss nicht sein.

Zum einen hast du die Möglichkeit, dein Training abwechslungsreicher zu gestalten. In diesem Artikel stelle ich dir acht verschiedene Trainingseinheiten vor. Aber darüber hinaus gibt es natürlich noch andere Maßnahmen, das Läuferleben interessanter zu machen. Du könntest dich zum Beispiel einer Laufgruppe anschließen, ein neues Laufrevier erschließen oder wie wäre es mal mit einem StoryRun von Runtastic. Gibt es hier bei Spotify. Es gibt viele Möglichkeiten. Manchmal hilft auch der Tipp von Rafael Fuchsgruber: Einfach mal die Hausstrecke andersherum laufen. Das funktioniert wirklich!

Keine Motivation durch Stress

Das ist nun ein sehr persönliches Thema, weil es mich direkt betrifft. Ich hatte in den letzten Monaten deutlich mehr Stress als üblich. Stress ist der zweitgrößte Faktor, der sich auf meine Leistung auswirkt. An erster Stelle steht mein Körpergewicht, welches leider wieder im direkten Zusammenhang mit Stress steht. Der Stress nimmt zu, damit das Körpergewicht, die Leistung nimmt ab. Dazu kommt, dass Stress einfach müde macht. Habe ich auch hier ein Tipp? Natürlich. Den Stress abschalten (bitte jetzt hier einen Tusch abspielen). Leider sind Ratschläge leichter gegeben als umgesetzt. Ich laboriere selber noch daran herum.

Die besondere Schwierigkeit mit dem Thema ist, dass jeder Mensch Stress anders empfindet. Und so ganz ohne Stress geht es schließlich auch nicht. Denn dann würden wir recht bald lethargisch werden. Es ist also ein gesundes Wechselspiel zwischen Anspannung und Entspannung. Wie so oft heißt es, die Dosis macht das Gift. Zum Thema Stress wird es irgendwann einen Beitrag geben. Stress ist gefährlich und kommt für mich gleich nach Rauchen. Es ist ein unterschätztes Tabuthema in unserer Gesellschaft.

Keine Lust kennt jeder Läufer

Du siehst also, dass die Unlust durchaus Gründe haben kann. Und selbst wenn es keinen nachvollziehbaren Grund geben sollte. Es ist völlig legitim zu sagen:

Heute habe ich einfach kein Bock zu laufen.

Das ist ein völlig legitimer Grund nicht laufen zu gehen. Alles andere ist nur eine Ausrede. Von Krankheit und Verletzung mal abgesehen. Wenn dir gerade einfach andere Sportarten mehr Spaß machen, hast du eigentlich sowieso kein Problem. Häng die Schuhe an den Nagel und mach etwas Anderes. Wichtig ist nur, dass du in Bewegung bleibst.

In diesem Sinne

Zurück nach oben