Du kennst das sicherlich. Endlich hat man mal Gleichgesinnte getroffen und kann hemmungslos über sein Hobby reden. Du kannst dir sicher sein, es interessiert deinen Gesprächspartner wenn du über Trainingsmethoden und verschiedene Laufveranstaltungen sprichst. Aber irgendwann kommt die Frage, die man eigentlich nicht hören möchte.

Welche Zeit bist du gelaufen?

Als Laufanfänger ist man sehr oft einfach deutlich langsamer als der Durchschnitt unterwegs. Es sei denn, man hat ein gewisses Talent oder war vorher von der eher sportlichen Sorte. Ich kann dir mal erzählen wie das bei mir ist. Ich habe weder Talent, noch war ich jemals in irgendeiner Form sportlich. Beim Laufen war und bin ich noch immer deutlich langsamer als ich gern wäre. Mein erster 10K-Lauf hat deutlich über eine Stunde gedauert. Mein erster Halbmarathon deutlich über zwei Stunden und so weiter. Klar, es gibt Damen und Herren die ihren ersten 5er deutlich unter 30 Minuten laufen. Aber ganz objektiv, gibt es derer nicht besonders viele. Es gibt ja nicht einmal besonders viele, die ÜBERHAUPT 5 KM am Stück laufen können. Dessen muss man sich einfach mal bewusst sein.

Vergleiche sind unmöglich!

Es gibt allenfalls zwei Gruppen von Menschen, die sich untereinander vergleichen können. Spitzensportler und Sportler die langjährig, von Kindheit an mit Sport sozialisiert wurden. Das ist eine ziemlich kleine Gruppe. Selbst ambitionierte Läufer brauchen sich untereinander nicht zu vergleichen. Während fast alle Spitzensportler oder langjährig sozialisierte Sportler, eine sehr ähnliche Trainingsgeschichte haben, ist das bei uns Hobbyathleten sehr unterschiedlich. Selbst wenn wir körperlich gleiche Voraussetzungen hätten, spielt die Trainingsgeschichte eine sehr große Rolle. Als Beispiel: Zwei biertrinkende, rauchende Jungs mit dem exakt gleichen Gewicht laufen unterschiedliche Zeiten. Der eine hat konsequent nie Sport gemacht. Der andere war in seiner Jugend vielleicht im Fußballverein. Das allein macht einen Unterschied.

Vergleiche sind unnötig!

Vergleiche mit anderen sind ohnehin unnötig wenn man nicht gerade zum Spitzensport gehört. Man könnte sich in den Zielbereich eines Laufes stellen und alle fragen wie anstrengend es war. Alle die wirklich ihr bestes gegeben haben, werden kaum sagen, es sei einfach gewesen. Die Intensität ist also gleich anstrengend. Egal ob Erster oder Letzter.

Ein Vergleich, der eine Aussage überhaupt sinnvoll macht, ist der Vergleich mit sich selbst. Das hingegen ist aus meiner Sicht sinnvoll. Denn daran kann man seinen eigenen Fortschritt messen. Die richtige Frage wäre also nicht ‚Welche Zeit bist du gelaufen?‘ sondern ‚Warst du schneller als beim letzten Mal?‘

Unnötige Fragen an einen Läufer

Es gibt immer wieder die Zeitgenossen, die in diesem Zusammenhang reichlich seltsame Fragen stellen. Und es sind IMMER Nichtläufer oder kleine Kinder die diese Fragen stellen (und auch stellen dürfen). Hier sind einige davon:

  1. Welchen Platz hast du gemacht?
  2. Hast du gewonnen?
  3. So lange hast du gebraucht?
  4. Der Läufer XY ist aber schneller.

Ich bin bei meinen Zielzeiten inzwischen ziemlich selbstbewusst. Ich weiß ja was dahinter steckt und das es viel Arbeit war.

Du brauchst deutlich über 60 Minuten für 10 KM? Du bist einer der wenigen, der 10 KM überhaupt schafft!

In diesem Sinne – Mehr Selbstbewusstsein bitte.